Dienstag, 11. Februar 2014

Heute bleibt die Küche kalt...

Seit einer ganzen Weile schon klagen meine Besucher über fehlende Updates oder Antworten auf Nachfragen - ich bitte um Verzeihung und Verständnis, mir fehlt einfach die Zeit.

Warum? Darum! Um rege Teilnahme wird gebeten ;)
http://www.miezenmeilen.blogspot.de/

Samstag, 12. Oktober 2013

Schlichter "Was-man-halt-so-im-Haus-hat"-Apfelkuchen

"Poste doch einmal wieder etwas" fand ich vor ein paar Tagen - ohne Gruß und Namensnennung - unter meinem letzten Hirsecreme-Beitrag....und da ich eine derart höflich vorgetragenen Bitte natürlich nie abschlagen kann (wer die Ironie findet, darf sie behalten) und in meiner Obstschale ohnehin zu viele Äpfel sinnlos rumlungern, gibt es heute einen schlichten, schnellen Apfelkuchen nach dem "Zutaten-hat-man-immer-im-Haus"-Prinzip. 

Dieser Apfelkuchen ist ein enger Verwandter der  Kirsch-Schoko-/ und der Sauermachtlustig-Muffins, nur dass ich diesmal kein Sojamehl mehr im Haus hatte und stattdessen Maisstärke genommen habe.
Vorteil: Es wird umso mehr ein "Zutaten-hat-man-immer-im-Haus"-Kuchen, weil man Sojamehl leider nicht im schnöden Supermarkt bekommt, Maisstärke aber überall erhältlich ist.
Nachteil: Der Kuchen wird einen Hauch weniger fluffig.
Aber wirklich nur minimal. Versprochen.


Zutaten:

130 gr. Weizenmehl Type 550

140 gr. Dinkelvollkornmehl 

(wie immer ist die Mehlmischung recht beliebig, die Mixtur ergab sich heute aus den "Muss-weg!"-Resten im Vorratsschrank)

100g Rohrohrzucker
10 gr. Maisstärke
10 gr. Weinsteinbackpulver

250ml Pflanzenmilch
(Soja-Hafer)
70 ml Alba-Öl (oder anderes geschmacksneutrales Öl)

2 mittelgroße säuerliche Äpfel
Mandelblättchen o.ä. zur Deko nach Gusto 
ggf. Zimt

Zubereitung:

Backofen auf 180 Grad vorheizen und eine 26 cm-Springform einfetten.

Zuerst die trockenen Zutaten in einer Schüssel vermischen, dann Milch und Öl zugeben und mittels Handmixer gut verrühren. Die Äpfel kann man je nach persönlicher Vorliebe schälen oder eben nicht, und entweder würfeln und gleich in den Teig einrühren oder erst den Teig in die Springform geben, etwas glattstreichen und mit Apfelspalten künstlerisch anspruchsvolle Intarsienarbeiten einbringen und den Kuchen noch mit ein paar Mandelblättchen bestreuen. 

Danach wandert der Kuchen für ca. 30 Minuten in den Ofen (Stäbchenprobe, Baby!) und nach Ende der Backzeit wieder raus. Wer mag, kann jetzt noch ein wenig Zimt drüberstreuen, dann abkühlen lassen, aus der Form lösen, Kaffee kochen und sich zur Kaffeetafel begeben. 

Sonntag, 5. Mai 2013

Hirsecreme mit Beeren

Je nach Hormonstatus bin ich ein ziemlicher Fan von allem, was süss und löffelbar ist - ob Milchreis, Griessbrei oder Puddings jeder Couleur, immer her damit, Widerstand ist zwecklos. Da polierter Reis oder Griess nun nicht gerade vor Nährstoffen bersten und Hirse meiner Meinung nach sowieso viel zu wenig Beachtung in unseren Töpfen und Schüsseln findet, futtere ich seit einer Weile sehr gerne und reichlich jene im folgenden Beitrag näher beschriebene Hirse-Beerencreme zu nahezu jedem Frühstück der Arbeitswoche.

Hirse ist nämlich nicht nur lecker, sondern zudem prallvoll mit Eisen, Kalzium, Magnesium, B-Vitaminen und anderem gesunden Nährstoffzeugs, aber viel spannender finde ich
den hohen Gehalt an Silizium, welches u.a. die Elastizität und Spannkraft des Bindegewebes der Haut verbessern soll. Na, wie klingt das fürs geneigte Frauen-Öhrchen? Cellulite adé, meine Damen! Und auch den Herren der Schöpfung kann straffe Haut nicht schaden - also nicht vergessen, Hirse essen!

Zutaten:

  • 100 gr. Goldhirse
  • 350 gr. Pflanzenmilch
  • 50 gr. Agavendicksaft
  • 350 gr. TK-Beeren (ich nehme meistens ca. 300 gr. Himbeeren und 50 gr. Blaubeeren, um noch ein paar hübsche blaue Punkte in die rosa Optik einzustricken, oder auch einfach mal eine Beerenmischung)
  • 100 Sojajoghurt natur

Vor dem Kochen sollte die Hirse gewaschen werden, weil sie durch Fettpartikel auf der Schale sonst bitter schmecken kann. Ich gebe die Körnchen immer den Topf, in dem sie später auch gekocht werden, übergiesse sie mit kochendem Wasser, rühre ein bißchen darin herum und giesse das (nun ziemlich trübe) Wasser dann ab (klappt prima mit einem Spritzschutzsieb)

Dann wird die Hirse mit der Pflanzenmilch kurz aufgekocht und bei kleiner Flamme weichgeköchelt - es reicht wenn sie nur ganz leicht wabert. Dann die gefrorenen Beeren mit in den Topf geben und zusammen mit dem Agavendicksaft mit der heissen Hirse verrühren und stehen lassen, bis die Beeren aufgetaut und die Hirse abgekühlt ist. Dann noch den Joghurt unterrühren und fertig ist datt jesunde Breichen. Gerade Himbeeren zerfallen dabei fast vollständig und geben der Creme die elegante rosa Färbung von 70ger-Jahre-Badezimmerfliesen. Äußerst stylish und very retro.

Anfänglich habe ich die Creme noch mit gerösteten Kokosflocken oder gehackten Mandeln garniert, aber es geht auch bestens und natürlich viel fixer ohne derartigen Chichi. Man kann die Creme nun gleich aufessen oder in zwei Plastikbüxen umparken und kühl stellen. Die angegebene Menge ergibt genau 2 Frühstücksportionen und wird von mir immer schon am Vorabend zubereitet, weil morgens jede Sekunde zählt. Dieser Früchtebrei ist nicht unbedingt ein raffiniertes Haute-Cuisine-Hightlight und eher im Bereich "solide und gut" anzusiedeln, aber fix zubereitet und lecker, und ähm...das mit dem Silizium und der Cellulite habe ich erwähnt, oder?

Selbstverständlich darf, kann und sollte man statt der TK-Beeren auch frisches Obst verwenden, wenn man möchte, oder auch mal Rharbarber...dazu 3 grosse Stängel Rharbarber schälen, kleinschneiden und direkt nach dem ersten Aufkochen der Milch mit in den Topf geben und zusamnen mit der Hirse weichkochen. Hier braucht's natürlch etwas mehr Süsse, ca. 100 gr. Agavendicksaft und je nach Gusto noch ein wenig Vanille.

Samstag, 23. Februar 2013

Obstpfannkuchen mit Pflauprikosensoße


Rezept" steht laut Wikipedia für eine "programmatische Anweisung zur Zubereitung eines Nahrungsmittels"...demnach ist der folgende Beitrag de fakto ein solches, auch wenn bloss ein paar wenige Zutaten zusammengeschmissen und verbrutzelt werden. Ich habe mich bislang ein wenig geziert, über das Zusammenrühren von Milch, Mehl und Obst einen extra Beitrag zu schreiben, und eigentlich weiß doch sowieso jeder, wie schnöde Pfannkuchen gemacht werden -  aber uneigentlich futtere ich die Dinger zur Zeit beinahe jeden zweiten Tag und freue mich immer, wie fix und einfach die Teile zubereitet sind. Und ein Rezept ist ein Rezept ist ein Rezept.

Pfannkuchen sind zwar nicht unbedingt der hochgesunde Nährstoffbomber schlechthin, aber lecker und schnell gemacht - und kommen in diesem Fall ohne den bösen, bösen Industriezucker und seinen garstigen Kumpel Weißmehl aus. Da lacht das Vollwertherz.

Obstpfannkuchen 
125 gr. Dinkelvollkornmehl 
200 gr. Hafermilch (wenn man das Zeugs eh in einer Rührschüssel zusammenkippt, braucht man nicht mehr extra 'nen Mixbecher verschmuddeln, deswegen die Angabe in Gramm und nicht in Litern. Wenn man aber gerne spült - 200 gr. Hafermilch entsprechen ungefähr 200 ml. - nee, watt hammer gelacht!)
2 gestrichene Teel. Weinsteinbackpulver (die Hälfte eines 18 gr.-Tütchens also)
1 Eßl. Agavendicksaft (ca. 20 gr.) 
 ggf. Zimt

Äpfel, Bananen, Birnen (oder wonach der Gaumen verlangt, bzw. was der Obstkorb halt gerade hergibt)
Öl zum Braten

Mehl und Backpulver vermischen, dann Milch und Agavendicksaft zugeben und mit einem Schneebesen durchrühren. Den Teig kurz quellen lassen (ob das zwingend notwendig ist? Vermutlich nicht.) Das Obst in die gewünschte Form schneiden (hier haben sich Scheiben bewährt, wer möchte kann aber auch Herzen oder Kugeln schnitzen)

Ein wenig Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen, eine Schöpfkelle Pfannkuchenteig in die Pfanne geben und mit Obst belegen. Deckel drauf (wichtig, dann gart der Pfannkuchen besser), bei moderater Hitze so lange backen, bis der Teig auch oben nicht mehr flüssig ist..dann vorsichtig wenden, von der anderen Seite kurz anbrutzeln lassen und schon ist das Mahl zubereitet. Aus o.g. Zutaten lassen sich 3 mittelgroße Pfannkuchen zaubern, was in meinem Fall die absolut perfekte Menge für eine hungrige Sportlerin nach einem langen Lauf darstellt und von mir dann auch absolut ratzeputz im Alleingang verschlungen wird. 

Wenn der Herzmann mitfuttern möchte, mache ich - logischerweise! - die doppelte Menge und gieße den Teig auf ein Backblech (gut einfetten, ich benutze immer eine Silikonbackfolie und trotzdem noch ein wenig Öl), belege das Blech mit Obst und gebe das Ganze für ca. 15 Min. in den auf 200 Grad vorgeheizten Backofen. Damit erspart man sich das permanente Pfannkuchenbeobachten und -wenden in der Pfanne. Den so entstandenen Riesenpfannkuchen kann man dann entsprechend in Stücke teilen und in trauter Zweisamkeit verspachteln.

Dazu gibt's bei mir oft Schokocreme (uuuh, Zucker!) oder Erdnussbutter (oh Schreck, FETT!) oder aber maximalvollwertige "Pflauprikosensoße", die man ebenfalls fix aus wenigen Ingredienzen zusammenmatschen kann. 

Pflauprikosensoße
200 gr. Trockenaprikosen
200 gr. Trockenpflaumen
330 ml. Orangensaft (die exakte Menge einer O-Saft-Trinkpackung von Alnatura, praktisch, eh? Also nur wenn man gerade keine frischen Apfelsinen zum Selbstpressen daheim hat...natürlich.)
1 Eßl. Agavendicksaft
Zimt, wer mag

Die Trockenfrüchte in einer Schüssel mindestens 1 Stunde im O-Saft einweichen  lassen, dann Agavendicksaft und Zimt zugeben und zu einer dicken, marmeladenartigen Soße zusammenpürieren. Wer es flüssiger möchte, gibt einfach mehr Saft hinzu. 

Serviervorschlag? Jeden Pfannkuchen einzeln mit Pflauprikosensoße bestreichen und die 3 Fladen als Torte übereinanderstapeln und dann mit Messer und Gabel futtern. In Facebook-Sprache: I like!

Die Pflauprikosensoße hält sich im Kühlschrank ziemlich lange und schmeckt auch in Naturjoghurt eingerührt prima zu Müsli oder Obstsalat oder einfach schnöde auf 'nem Brötchen statt Marmelade. Auch auf meinem Sportlerfrühstückstoast macht sie 'nen ziemlich guten Job. Allerdings, einen Schönheitspreis wird die Soße wohl niemals gewinnen - gerade wenn man ungeschwefelte Aprikosen verwendet (was man sollte), hat das Ergebnis eine klatschigbraune Tapetenkleisteroptik und darf daher auch beim heutigen Fotoshooting nicht mit auf Foto, sondern muss sich im Glas dezent im Hintergrund halten.   



Sonntag, 20. Januar 2013

Schoko-Kirsch-Muffins

Obwohl grundsätzlich eher aufmüpfiger Natur gibt es doch spezielle Ausnahmefälle, in denen ich bei der Nachricht "Sind morgen in Deiner Gegend, mach' Kuchen!" sofort Nudelholz bei Fuss folgsam in die Küche eile, um süsses Backwerk zuzubereiten. Soweit dass ich trotz dichtem Schneefall in den Supermarkt zum Einkaufen stapfe reicht die Unterwürfigkeit dann aber doch nicht, also wurden aus den vorrätigen Zutaten der Speisekammer

Kirsch-Schoko-Muffins

Das Rezept ist eigentlich bloss 'ne simple Abwandlung der bekannten Sauermachtlustig-Muffins und lautet wie folgt:

130 gr. Weizenmehl Type 550
140 gr. Dinkelvollkornmehl 
(die Mehlmischung ergab sich aus dem o.g. "Man muss nehmen watt da iss'"-Umstand und ist im Grunde beliebig zusammenstellbar, es sollten halt bloss ca. 270 gr. rauskommen)100g Rohrohrzucker
1EL Sojamehl
10 gr. Weinsteinbackpulver

250ml Pflanzenmilch
(Dinkel)
70 ml Alba-Öl (oder anderes geschmacksneutrales Öl)
1/2 Fläschchen Rumaroma

1 Glas Sauerkirschen (680 gr. / Abtropfgewicht 370 gr.)
100 gr. Zartbitterschokolade


Sauerkirschen so lange wie möglich abtropfen lassen, im günstigsten Fall über Nacht.
Backofen auf 180 Grad vorheizen. 

Die trockenen Zutaten in eine Schüssel geben und gründlichen mischen. Die Pflanzenmilch mit dem Öl und dem Rumaroma verrühren, zu der Mehl-Zuckermischung geben und mit dem Handmixer gut verrühren. Schokolade hacken und mit einem Löffel zusammen mit den Kirschen mit dem Teig vermixen. 

Da mir Muffins oft flach auseinanderlaufen wenn ich die Papierförmchen einfach so aufs Backblech setze, aber in den Metallbackformen trotz Einfetten oft hängenbleiben, gebe ich den Teig mittlerweile immer in die entsprechenden Papier-Förmchen und setze jene dann in die Metallbackformen. Dann läuft nix und es klebt nix. Also...den Teig wie auch immer in 16 Papier- oder Metallförmchen füllen, in den vorgeheizten Ofen stellen und ca. 25 Minuten backen. Danach Ofen ausschalten und das Backwerk noch ein paar Minuten ruhen lassen, aus der Form nehmen (sofern eine Form verwendet wurde) und auskühlen lassen.

Wer will, kann jetzt noch ein wenig mit Glasur oder Deko herumhantieren, aber mein Vorratsschank gab da nix Adäquates her. 


Die Fotomodell-Backwerke sind leider ein wenig aufgeweicht, weil ich vor Schreck darüber dass plötzlich ein Thr33ky-Guerilla mit offener Hose neben der Kaffeetafel gestanden hat, den kompletten Tisch mit Mineralwasser geflutet habe. Aber das ist eine andere Geschichte, die an einem anderen Tag erzählt werden soll. 
Oder...lieber gar nicht.

Mittwoch, 16. Januar 2013

Quinoa-Kickstarter / Enduranceschnitten

Das Quinoa eine unschlagbar grandiose Eiweißbombe ist, alle neun essentiellen Aminosäuren enthält, zudem noch jede Menge Mineralien im Gepäck hat und deswegen gerade bei vollwertig-pflanzlich-futternden Sportlern hoch im Kurs steht, hat sich vermutlich inzwischen bis zu den hinterletzten Kochpötten herumgesprochen. (Falls nicht, hier nochmal zum Nachlesen: Quinoa, ein wertvolles Nahrungsmittel) Das sog."Gold der Inkas" ist lecker, nährstoffreich und dank der Wunderkörnchen kann man die nervige UndtäglichgrüsstdasOmnitier- Frage "Und woher bekommst Du Deine PROTEINE?" immer höflich lächend mit "Aus'n Quinoa, Du STIESEPIMPEL!" beantworten.

In herzhafter Begleitung wie z.B. in Currys oder als Beilage zu Gemüsegerichten ist Quinoa zwar sehr lecker, aber auch als süßes Frühstück machen sie eine gute Figur. Mein derzeitiger Winterfavorit ist der hier näher beschriebene Quinoa-Kickstarter mit Äpfeln, Ingwer und Mandeln, der sich super im Voraus für mehrere Tage vorbereiten lässt, was meinem Faultier-Naturell sehr entgegenkommt. 

1. Streich - Quinoabrei mit Trockenfrüchten
250 gr. Quinoa
3 Datteln (Medjool)
60 gr. Rosinen
1 Prise Salz
100 ml. Wasser
300 ml. Pflanzenmilch (nach Wahl, ich nehme meistens Dinkelmilch)

Zuerst wird der/die/das Quinoa gründlich gewaschen und in einem Topf mit 100 ml. Wasser zum Aufblubbern gebracht. Wenn die Körner das Wasser komplett aufgesaugt haben, gibt man die feingehackten Datteln, Rosinen, Salz und die Pflanzenmilch dazu und lässt das Ganze solange auf niedriger Flamme vor sich hin blubbern, bis die Flüssigkeit verschwunden und die Körnchen weich sind. Mit einer Gabel ein wenig auflockern und ausdampfen lassen.

2. Streich - Apfel-Ingwer-Kompott
4 mittelgrosse Äpfel (ca. 520 gr. ungeschält gewogen)
70 gr. Ingwer (ungeschält gewogen)

50 ml. Zitronensaft
80-100 gr. Agavendicksaft (je nach persönlichem Süss-O-Meter und verwendeter Apfelsorte)
1/2 Teel. Bourbonvanillepulver

Zusätzlich:
100 gr. Mandeln
ca. 400 gr. Sojajoghurt, natur

Gleich vorweg: Man sollte Ingwer wirklich gerne mögen, denn dieses Kompott schmeckt so richtig dolle nach der tollen Knolle. Wer sich unsicher ist, ob's ihm schmecken könnte, nimmt lieber erstmal ein bißchen weniger. Nachdem alle Unklarheiten beseitigt sind, werden die Äpfel vom Kerngehäuse befreit und in kleine Würfel geschnitten. Ingwer ebenfalls schälen und fein hacken - dann zusammen mit den Äpfel, Zitronensaft und Agavendicksaft in einen Topf geben und auf kleiner Flamme so lange vor sich hin kochen lassen, bis Äpfel und Ingwer weich sind und der Topfinhalt einen kompottähnlichen Zustand erreicht hat. Das Vanillepulver unterrühren und abkühlen lassen. (Das Zoich schmeckt zumindest mir auch grandios zu Vanille-Eis..aber man sollte Ingwer wirklich mögen. Wie gesagt.)

Als mehr oder weniger 3. Amtshandlung werden nun die Mandeln gehackt und in einer Pfanne ohne Fett geröstet. Quinoamischung und Apfelingwerkompott in (2 verschiedenen...ist klar, ne?) Tupperboxen einlagern und im Kühlschrank parken.

Für eine Frühstücksportion nimmt man nun ca. 150-200 gr. des Quinoadattelbreis und vermischt sie mit ungefähr 100 gr. Sojajoghurt (natur) - die Konsistenz sollte irgendwo bei "cremigem Milchreis" liegen. Dann 1-2 Löffel Apfelingwerkompott on top, das Ganze mit 1-2 Eßl. der Mandeln bestreuen und mit lecker, lecker Brei eiweiß- und nährstoffreich in den Tag starten. 

Die o.g. Menge reicht mir bei mir für genau 4 Frühstücksmähler und ist somit, sonntags zubereitet, die perfekte kulinarische Vorbereitung für die Arbeitswoche (richtig gezählt, da freitags bei mir immer FREItag ist, brauche ich nur 4 Bürofrühstücke bis zum Wochenende. Und alle so "Yeah!")
Wenn man keine Lust hat, 4 Tage lang das gleiche am Morgen zu essen und/oder kleinere Portionen als ich futtert und somit noch Quinoadattelmischung übrig hat, kann daraus ganz prima nahrhafte Enduranceschnittchen backen. 

Hinter diesem wohltönenden Namen verbirgt sich der Ehrlichkeit halber bloss ein alter Bekanter im neuen Kleid, nämlich das Bananenbrot. In der "Endurance"-Variante wird nun noch Quinoa und Amaranth (noch so'n Nährstoffbomber) verbacken, was die Proteindichte dieses Backwerks schier ins Bodenlose treibt und das Sportlerherz laut aufjauchzen lässt. Will sagen: Ist'n prima Snack vor'm Laufen und macht auch hinterher satt. Schmeckt aber auch ohne Sport. 

Man braucht:
250 gr. Dinkelvollkornmehl
3 Teel. Weinsteinbackpulver

1/2 Teel. Salz
1 Teel. Zimt
60 gr. Erdmandelmehl
80 gr. Rohrohrzucker

70 gr. geröstete Mandeln
30 gr. Amaranth-Pops
200 gr. Quinoa-Dattel-Rosinen-Brei aus o.g. Rezept

150 ml. Pflanzenmilch 
100 ml. Rapsöl 
4 vollreife Bananen 

Die Zubereitung ist die Gleiche wie beim "normalen" Bananenbrot, die Endurancevariante möchte aber lieber 60 Minuten im Backofen bleiben (Stäbchenprobe, Stäbchenprobe!)

Und wenn man nun so 'ne Enduranceschnitte mit Erdnussmus bestreicht und das Ganze mit Apfel-Ingwerkompott toppt, dann schliesst sich der Kreis. Und alles ist im Flow.

Donnerstag, 10. Januar 2013

"Quattro-Pomodori-Sugo"...oder - Nudeln mit Sosse

Mit entsprechender Zeit und Muße im Nacken habe ich durchaus hin und wieder mal ein Herz für Chi-Chi in den heimischen Kochpötten und  ein "Orangenglasiertes Tempeh an Risotto Melanche du Champignonragout in Weißweinschaum und Kerbel-Pesto, balanciert auf Wildgemüsejulienne mit karamellisierten Pecannüssen blablabla" ist echt 'ne Super-Sache - aber oft schreien Zeitplan und Magen schlicht und einfach nach schnöden Nudeln mit Soße. Bäm! 

Meine Lieblingstomatensoßefüraufnudelndrauf hat zwei Vorteile: Sie ist so superschnell gemacht und so simpel, dass ich mich fast schon geniere, dafür überhaupt eine Anleitung zu publizieren, aber...naja, nur fast. Ich bin ja vor nix fies. Zweiter Pluspunkt: Sie trifft auch den Geschmack meines Herzmannes, der mit Tofu, Gemüse und dem "ganzen veganen Scheiss da" nicht immer hinter dem Ofen hervorzulocken ist. Vorsichtig ausgedrückt.

Zur Zubereitung braucht man - oh Wunder! - Tomaten. Und zwar in 4 verschiedenen Variationen...Tomatenmark, Dosentomaten, getrocknete Tomaten und frische. Wer aus Sorge um sein Political-Correctness-Karma zu dieser Jahreszeit keine frischen Tomaten verwenden möchte (was ich im Grunde ja befürworte..aber mein Karma ist eh schon im Eimer, da kommt's darauf jetzt auch nicht mehr an) nimmt einfach die doppelte Menge Dosentomaten. 

Man sollte also folgendes zur Hand haben:
2 rote Zwiebeln (mittelgroß)
Öl zum Anbraten 
2 Eßl. Tomatenmark
1 Dose Tomaten (400 gr.)
200 gr. getrocknete Tomaten (nach Möglichkeit die in Öl und Kräutern eingelegten)
200 gr. frische Tomaten 
1 Eßl. Cashewmus (50 gr.)
400 ml. Wasser *)
   
Gewürze nach Geschmack: Salz, schwarzer Pfeffer, Chayennepfeffer und Zimt
 
Die Zwiebeln würfeln und in einem Topf mit Öl (Rapsöl mit Buttergeschmack, man kann ja nicht oft genug erwähnen wie lecker das ist!) anbraten, bis sie glasig werden. Das Tomatenmark zugeben und kurz mitbrutzeln. 

Die Dosen-/frischen-/getrockneten Tomaten zusammen mit dem Cashewmus und dem Wasser in einen leistungsfähigen Mixer (wie z.B. Mr. Vitamix) geben, einmal auf volle Dröhnung stellen und zu einer sämig-zartroten Brühe vermixen (ca. 1 Minute rödeln lassen, bei weniger starken Mixern dauert's wohl länger. Im Notfall sollte es auch ein schnöder Pürierstab tun). Die Tomatenmischung zu den angebratenen Tomatenmarkzwiebeln in den Topf geben, verrühren und mit Pfeffer, Salz, Chayenne-Pfeffer und einer Prise Zimt (wer mag) abschmecken. Unter Rühren so lange blubbern lassen, bis der Sugo ein bißchen andickt und das war's dann eigentlich schon. 

Jetzt nur noch Nudeln nach Packungsanweisung kochen und schon kann die Miracoli-Mutti den spielenden Frederiiiiico zum Essen rufen. Mit ein bißchen Basilikum oder Oregano könnte man ggf. noch ein bißchen Chi-Chi auf den Teller bringen, aber im Grunde ist das unnötig. Sind ja bloss Nudeln mit Sosse.

Und da ich ja immer wieder vergesse, dass ich keine mehrköpfige Familie zu verköstigen habe, ist die Menge natürlich für mich und den Herzmann deutlich überdimensioniert. Ich schätze, je nach Soßendichte auf den Tellern ergibt das Ganze ca. 6 Portionen. Der Sugo lässt sich aber auch portionsweise einfrieren (und auftauen! Wunderwerk der Küchenkunst!) oder ergibt mit einer Reis-Einlage, ein wenig Gemüsebrühe zum Verdünnen und einem Sahnehäubchen eine leckere Tomatensuppe.  

Knoblauch, Chilischoten, Oregano oder sonstiges Kräutergedöns passt natürlich in jede Tomatensoße, also auch in diese. Darf man also gerne tun.  

*) - Frollein Holles Küchentip: 400 ml. Wasser sind genau die Menge, die in die leere Tomatendose passt, man muss also keinen weiteren Meßbecher einschmuddeln. Und wenn man nur die Hälfte es Wassers mit in den Mixer gibt, kann man mit der anderen Hälfte hinterher den Mixbehälter ausspülen und kein Tomatenfitzelchen geht verloren. Na, was wäre die Welt ohne meine Weisheit? Genau. Nix.